Hannover, verschoben auf den 27./28.03.2021
Würfel haben mehr als sechs Seiten


Kurzzusammenfassung:

Die Veranstaltung setzt sich aus intersektionaler Perspektive mit Gender und Diversity in (Rollen)Spielen auseinander. Neben der Darstellung und Nutzung der Themen in (Rollen)Spielen soll die Möglichkeit von (Rollen)Spielen in der pädagogischen Arbeit behandelt werden.

Um dies sicherzustellen und in Hinblick auf die Öffentlichkeitsarbeit werden gezielt Aktivist*innen und Multiplikator*innen eingeladen, die sich bereits mit den Themen auseinandergesetzt haben, Workshops zu halten, Runden zu leiten, Themen vorzustellen.

 

Termin:

Samstag und Sonntag, 27./28.03.2021, ganztägig

Veranstaltungsort:

Bildungsverein Hannover e.V., Standort Stadtstraße 17, 30159 Hannover- Südstadt

Veranstalterinnen und Kooperationspartnerinnen:

–          Netzwerk Kritische Masse eV.

–          Bildungsverein Soziales   Lernen und Kommunikation e.V.

–          Referat für Frauen und Gleichstellung der Landeshauptstadt Hannover

–          Bildungsvereinigung ARBEIT UND LEBEN Niedersachsen e.V.

–          janun e.V.

–          AEWB Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung Niedersachsen

–          Autonomes Feministisches Kollektiv

Zum Titel:

HANNOVER LERNT SPIELEN(D) – Würfel haben mehr als sechs Seiten.

Mit dem Titel soll der Doppelcharakter der Convention ausgedrückt werden. Spiele können als Mittel dienen, Inhalte zu transportieren, müssen aber auch selbst erst als Instrument angeeignet werden. Der Untertitel drückt die Wahrnehmung der meisten Personen aus, wenn sie an Spiele denken, gleichzeitig soll damit aber auch angezeigt werden, dass Diversität sich auch in dem nicht Vorhersehbaren ausdrückt. Im Bereich der komplexen Brettspiele aber insbesondere im Bereich der Pen&Paper-Rollenspiele existieren eine Vielzahl an Würfeln mit mehr und weniger Seiten. Dies entspricht der verbreiteten Wahrnehmung, wenn es um Themen der Diversität geht. Auch bei Diversität bestehen meist mehr Aspekte als „normalerweise“ wahrgenommen werden.

 

Zum Format:

Die Veranstaltung zielt darauf ab, ein Publikum aus Multiplikator*innen von Bildungsträgern, aktiven Spieler*innen und anderen am Thema Interessierten zusammenzubringen, um einen neuen Blickwinkel auf die eigenen Handlungen zu vermitteln und neue Methoden für Spiel und pädagogische Arbeit kennen zu lernen.

Die Convention ist eine offene Tagung mit Workshops, Diskussionen und Lesungen sowie praktischen Einheiten und Spielveranstaltungen zu verschiedenen politischen Themen mit dem Schwerpunkt Gender und Diversity. Weitere Themen können im Rahmen von Open Spaces durch die Teilnehmenden eingebracht werden.

Die Convention soll Raum bieten, über die Zukunft von politischer Bildung außerhalb der etablierten Bereiche zu diskutieren. Außerdem sollen Ideen weiterentwickelt und neue Möglichkeiten der Umsetzung erarbeitet werden.

Der Schwerpunkt der Präsentationen sowie der Inhalte liegt dabei auf Pen&Paper-Rollenspielen, LARP (Live Action Rollenspiel) sowie Brettspielen. Als besondere Form wird außerdem das Format „Escaperoom“ präsentiert.

 

Ziele:

Mit der Convention soll eine Veranstaltung geschaffen werden, welche der Spieler*innen-Szene Möglichkeiten zur Reflektion über das eigene Hobby bietet. Außerdem soll sie als Plattform des Austausches und der Vernetzung zum Thema (Rollen)Spiel als Mittel der pädagogischen Arbeit dienen. Weiterhin soll die Möglichkeit gegeben werden gemeinsam mit allen Teilnehmenden Zukunftsvisionen zu den Themen entwickeln zu können.

Die Ziele sind im Einzelnen:

  1. Vernetzung und Austausch zu dem Themenfeld (Rollen)Spiel und Politik
  2. Entwicklung von Zukunftsvisionen zum Einsatz von (Rollen)Spiel für eine nachhaltige,      geschlechtergerechte und begeisternde Bildungslandschaft und
  3. Sichtbarmachen von aktuellen politischen Themen im gesellschaftlichen Diskurs am Beispiel      der (Rollen)Spieler*innen-Szene.

 

Zielgruppe:

Angesprochen werden sollen zwei Zielgruppen – Spieler*innen und pädagogisch Arbeitende. Dabei soll ein möglichst diverses Publikum erreicht werden. Dies erfordert besondere Ansprachen an verschiedene Zielgruppen.

Spieler*innen soll die Möglichkeit gegeben werden, sich mit der politischen Metaebene ihres Hobbys bewusst zu werden. Dabei wird der Schwerpunkt Gender und Diversity gesetzt und hinterfragt, wie die gesellschaftlichen Wirkmechanismen auch in Spielen wieder zu finden sind. Gleichzeitig sollen Möglichkeiten gezeigt und diskutiert werden, welche Alternativen bestehen, hier einen anderen Blickwinkel einzunehmen und politische Diskussionen in der Spielpraxis nutzbar zu machen.

Pädagogisch Tätige (Erzieher*innen, (Jugend)-Gruppenleiter*innen, Sozialpädagog*innen, Lehrer*innen) nutzen bereits vielfach Spiele in ihrer Arbeit. Für sie soll die Möglichkeit geboten werden, die Weiterentwicklung bekannter Formate (Rollenspiel → LARP) kennen zu lernen, sowie neue Methoden (Nanogames, Escaperooms) auszuprobieren.

 

Teilnahme:

Die Convention ist für alle Interessierten offen (open to all genders). Um eine angenehme Atmosphäre zu schaffen soll darüber informiert werden, dass diskriminierendes Verhalten nicht geduldet wird. Hierzu wird diskutiert in wie weit eine Awarenessstruktur eingesetzt wird.

Die Räume im Bildungsverein sind barrierefrei.

In wie weit eine Kinderbetreuung angeboten werden kann, muss noch diskutiert werden.

Die Veranstaltung wird je nach Ressourcen und Ausrichtung für ca. 50-100 Teilnehmende konzipiert.

Der Eintritt frei oder gegen Spende erfolgen.

Es sollen freie Getränke (Kaffee, Tee, Wasser) angeboten werden. Nachmittags- und/oder Abendsnack sollten zum Selbstkostenpreis bzw. gegen Spende möglich sein.

Zeitlicher Rahmen:

Freitag: 20:00 – 22:00 Uhr ggf. „Warm-up“ mit Lesung oder Podium

Samstag: 10:00 Uhr – 20:00 Uhr 3 Slots a 2-3 Stunden mit parallelen Veranstaltungen

Sonntag: 10:00 Uhr – 16:00 Uhr 2 Slots a 2-3 Stunden mit parallelen Veranstaltungen

Escaperooms, Workshops und Diskussionen zu pädagogischen oder politischen Themen sowie Spiel- und Ausprobierangebote werden dabei in einem Slot parallel zueinander angeboten werden.

 

Inhaltliche Schwerpunkte

 Einsatz von Spielen in der (sozial)pädagogischen Arbeit.

Ein Schwerpunkt wird LARP, insbesondere die Unterart NordicLARP, einnehmen. Der Verein Waldritter eV., und auch die Jugendarbeit in Nordstemmen nutzen LARP in der (politischen) Jugendarbeit. Beide haben ihr Interesse an der Teilnahme bekundet.

Daneben werden bereits für den Einsatz in Jugendzentren oder Schulen konzipierte Escape-Rooms präsentiert. Hier gibt es die Möglichkeit verschiedene Räume zu den Themen Extremismus / Diversity / Nachhaltigkeit anzubieten. Ein Raum zum Thema „Queer“ konnte bereits reserviert werden.

 

Spiele als Mittel politische Inhalte zu transportieren.

Neben den bereits oben erwähnten, gibt es mit Nano-Games (eine Form des Rollenspiel) ein Format, das hierzu besonders geeignet ist. Daneben haben Teile des Waldritter e.V. als Drama-Games bereits mit der Bundeszentrale für Politische Bildung gearbeitet und politische Themen im LARP aufgearbeitet. Gerade aus dem anglo-amerikanischen Bereich gibt es darüber hinaus diverse Ansätze im Pen&Paper-Rollenspiel politische Inhalte sichtbar werden zu lassen. Gleiches gilt für den Bereich der Brettspiele. Es gibt eine große Auswahl an Brettspielen, die politische Themen behandeln. Diese können präsentiert und ggf. auch ausprobiert werden.

 

Theoretische Auseinandersetzung mit „Spiel und Politik“

Es soll eine Brücke geschlagen werden, sich mit den eher theoretischen Ansätzen des Themas „Spiel und Politik“ auseinander zu setzen. Dabei bildete das Buch „Roll inclusive“ die Grundidee zur Realisierung dieser Convention. Die Herausgeber*innen haben bereits Interesse gezeigt, weitere Autor*innen sollen angeschrieben werden.

Neben diesem Buch gibt es im Bereich des LARP eine Sammlung von Aufsätzen zum Thema der pädagogischen Arbeit oder der politischen Dimension des Hobbies. Insbesondere existiert zum Beispiel ein Tagungsband zum Thema Geschlechterrollen und LARP. Aber auch zum Einsatz in der Suchtprävention oder in der Arbeit mit Geflüchteten gibt es Anwendungsbeispiele. Hierzu sollen  Autor*innen angesprochen werden.

Auch gibt es in diversen Blogs Autor*innen, die verschiedene politische Themen aus der Sicht der Aktiven betrachten. Im Blog „Teilzeithelden“ werden zum Beispiel häufig Artikel zu politischen Metathemen, wie Gender oder Nachhaltigkeit bei RPG und Cosplay, veröffentlicht. Diese Beiträge können als Workshops oder Diskussionsbeiträge angefragt werden.

 

Lesungen

Es gibt zahlreiche Autor*innen, die zum Themenschwerpunkt Gender und Diversity im Bereich Spiele Werke verfasst haben. Diese können für klassische Lesungsformate, wie auch für Diskussionsbeiträge oder Workshops angefragt werden.